LUFTENBERG. Es ist ein regnerischer Samstag, als mehr als zwanzig Teilnehmer auf den Grill-Champion Georg Mayr warten. Die Veranstalter Monika Reiter und Franz Renner sind bestens gerüstet. Aus der Gartenparty wird eine Garagenparty. Alle sind gespannt, was der Staatsmeister aus dem Kremstal zu bieten hat.
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Staatsmeister Georg Mayr rät seinen „Schülern“ zu einem Kugelgrill mit Deckel. (Foto: Schulungsinstitut R+R) |
Erwartungsgemäß besteht die Mannschaft der Lernhungrigen aus Männern. Laut Studien würden am Grillrost männliche Urinstinkte geweckt. Thematisch gehe es um den wilden Mann, der für die Nahrungsaufnahme hart arbeiten müsse und der für die Versorgung der ganzen Gruppe verantwortlich sei. Darüber hinaus tut Mann lieber Dinge, die sichtbar sind. Das ist prestigeträchtiger als die Arbeit hinter Fenstern und Türen. Wenn es jedoch um die Zubereitung der Salate gehe oder nach dem Grillen um das Aufräumen und den Abwasch, dann sind die Frauen gefragt. Wie dem auch sei – in Luftenberg bestätigt sich die These, dass Grillen Männersache ist: Von den mehr als zwanzig Teilnehmern sind lediglich drei weiblichen Geschlechts. Egal ob das Hantieren mit der Bratwurstzange eine Schnittstelle zwischen gestern und heute darstellt: Der würzige Geruch von brutzelndem Fleisch macht den Mund wässrig.
Es muss nicht immer Bratwurst sein
„Dass ihr mir immer aufpasst beim Geflügel! Mit nix anderem in Berührung bringen, wegen der Salmonellen“, ruft der Meister, als er sein Bierdosenhendl (das ganze Huhn wird über eine stehende, geöffnete Dose gestülpt) vorbereitet: Ein Gaumenkitzel erster Klasse - selbst die Hühnerbrust ist unvergleichlich saftig. Doch nicht nur Fleisch landet auf dem Rost. Das Grillmenü liest sich wie eine Speisekarte eines Erste-Klasse-Restaurants: Pizza, Huhn Cajun, Grillkäse im Zucchinimantel, Tomaten mit Frischkäse, Schweinsbraten mit Schmorgemüse und Folienerdäpfeln, gegrillte Bananen mit Cointreau und Marmeladetascherl. Dazu versorgt der Meister die Hobbygriller mit jeder Menge Tipps und Tricks: „Wenn du keinen Pizzastein hast, eine Alu-Tasse verkehrt rum tut´s zur Not auch. Und wennst Spießerl magst, tust die Holzspieße vorher eine Stunde im Wasser einweichen. Dann löst sich das Fleisch ganz leicht.“ Die Teilnehmer sind begeistert. Natürlich wird auch die Frage gestellt, ob Grillen mit Holzkohle oder Gas besser sei.
Holzkohle oder Gas
Das sei keine Geschmackssache, sondern die Frage, ob das Feuer für das Ambiente nötig sei, meint Georg Mayr. Der Geschmack soll ja schließlich nicht von der Kohle kommen, sondern von dem Umstand, dass das austretende Eiweiß karamellisiert – davon käme der typische Grillgeschmack. So mancher Holzkohlenfreak lässt sich daraufhin bekehren. „Aber wurscht – Feuerlöscher wa sicha nia a Fehler. Jo – und jetzt wird´s daun zum Essen“, fordert er auf und kurz darauf wird es ganz still. Jetzt steht Genießen auf dem Programm.
Dieser Artikel wurde von Tips (2010-07-28) veröffentlicht. Downlaod der 'Perger Tips'-Gesamtausgabe (30. Woche 2010).